Holzherd zum Heizen, Kochen und Backen – drei Funktionen in einem Gerät

Ein Holzherd kann weit mehr als nur einen Raum beheizen. Je nach Bauart verbindet er Heizen, Kochen und Backen in einem Gerät. Die Wärme des Holzfeuers wird dabei nicht nur für die Raumheizung genutzt, sondern auch für die Herdplatte und – bei entsprechend ausgestatteten Modellen – für einen Backofen.

Damit bietet ein Holzherd eine interessante Kombination aus Wärmequelle und Kochmöglichkeit. Besonders im Winter kann es sinnvoll sein, die beim Heizen entstehende Wärme gleichzeitig zum Zubereiten von Speisen zu nutzen.

Heizen mit dem Holzherd

Die wichtigste Aufgabe eines Holzherdes ist zunächst die Wärmeerzeugung. Beim Verbrennen von Scheitholz entsteht Wärme, die über den Herd und die heißen Heizgase an den Aufstellraum abgegeben wird.

Je nach Konstruktion erfolgt die Wärmeabgabe beispielsweise über die Herdoberfläche, die Außenflächen des Gerätes und die Führung der Heizgase.

Damit kann ein Holzherd nicht nur als Kochgerät, sondern auch als zusätzliche Wärmequelle eingesetzt werden. Gerade in einer Küche oder einem offenen Wohnbereich kann diese Kombination interessant sein.

Wie viel Wärme tatsächlich an den Raum abgegeben wird, hängt vom jeweiligen Modell, seiner Heizleistung, der Betriebsweise und den baulichen Gegebenheiten ab.

Die richtige Heizleistung ist entscheidend

Ein häufiger Fehler besteht darin, einen Holzherd ausschließlich nach einer möglichst hohen Heizleistung auszuwählen.

Ein zu leistungsstarkes Gerät kann einen kleinen Raum sehr schnell überheizen. Gleichzeitig sollte ein Holzherd nicht dauerhaft außerhalb seiner vorgesehenen Betriebsweise betrieben werden, nur um eine zu hohe Wärmeleistung auszugleichen.

Deshalb sollten Raumgröße, Dämmstandard, vorhandene Heizung und tatsächlicher Wärmebedarf gemeinsam betrachtet werden.

Auch Schornstein, Aufstellort und Verbrennungsluftversorgung müssen vor dem Kauf berücksichtigt werden.

Kochen auf dem Holzherd

Die Kochplatte ist eine der besonderen Eigenschaften eines Holzherdes. Anders als bei einem Elektro- oder Induktionsherd entsteht die Wärme unmittelbar durch das Holzfeuer.

Je nach Konstruktion können sich auf der Herdplatte unterschiedliche Temperaturbereiche bilden. Bereiche näher am Feuerraum sind in der Regel heißer, während weiter entfernte Bereiche für langsameres Garen oder Warmhalten genutzt werden können.

Das ermöglicht eine andere Art des Kochens.

Töpfe können beispielsweise je nach gewünschter Temperatur auf unterschiedliche Bereiche der Herdplatte gestellt werden. Suppen, Eintöpfe, Saucen oder andere Speisen können dadurch auch bei geringerer Hitze weitergaren.

Kochen mit Holz erfordert etwas Erfahrung

Ein Holzherd lässt sich nicht einfach wie ein Elektroherd per Drehregler von einer niedrigen auf eine hohe Stufe stellen.

Die Kochtemperatur wird unter anderem durch

        
  • die Menge des aufgelegten Holzes,

        
  • die Größe der Holzscheite,

        
  • den Abbrand,

        
  • die Luftzufuhr,

        
  • den Schornsteinzug und

        
  • die Position des Topfes beeinflusst.

Genau darin liegt aber auch der besondere Charakter des Kochens mit Holz.

Mit etwas Erfahrung entwickelt man ein gutes Gefühl dafür, welche Holzmenge benötigt wird und welche Bereiche der Herdplatte sich für unterschiedliche Speisen eignen.

Wichtig ist dabei, den Feuerraum nicht absichtlich durch eine ungeeignete Bedienung der Luftzufuhr zu stark zu drosseln. Die Vorgaben des jeweiligen Herstellers für Brennstoffmenge, Luftzufuhr und Betriebsweise sollten immer eingehalten werden.

Backen mit dem Holzherd

Viele Holzherde verfügen zusätzlich über ein integriertes Backfach. Damit lässt sich die beim Holzfeuer entstehende Wärme auch zum Backen nutzen.

Das Backen funktioniert allerdings anders als bei einem modernen Elektrobackofen.

Ein elektrischer Backofen kann die eingestellte Temperatur automatisch regeln. Beim Holzherd entsteht die Backtemperatur dagegen durch das Feuer und die Führung der Heizgase.

Das richtige Vorheizen ist wichtig

Bevor Brot, Kuchen, Auflauf oder andere Speisen in das Backfach kommen, muss der Holzherd zunächst ausreichend aufgeheizt werden.

Wie lange das dauert, hängt unter anderem von der Konstruktion des Herdes, der verwendeten Holzmenge, dem Brennstoff und dem Schornsteinzug ab.

Ein Backofenthermometer kann dabei helfen, die Temperatur besser einzuschätzen.

Für gleichmäßige Backergebnisse ist ein möglichst gleichmäßiger Feuerungsbetrieb wichtig. Mit zunehmender Erfahrung lässt sich besser einschätzen, welche Holzmenge und welche Betriebsweise für die gewünschte Backtemperatur erforderlich sind.

Die konkreten Angaben in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Holzherdes sind dabei entscheidend, da sich die Konstruktionen und Heizgasführungen verschiedener Modelle unterscheiden.

Heizen und Kochen gleichzeitig

Eine besondere Stärke des Holzherdes besteht darin, dass mehrere Funktionen gleichzeitig genutzt werden können.

Während das Holzfeuer den Raum erwärmt, kann auf der Herdplatte gekocht und – sofern vorhanden – im Backfach gebacken werden.

Damit wird die erzeugte Energie mehrfach genutzt.

Gerade in der kalten Jahreszeit kann diese Kombination sinnvoll sein: Der Herd liefert Wärme für die Küche und gleichzeitig steht die Energie für die Zubereitung von Mahlzeiten zur Verfügung.

Ein Holzherd ist deshalb besonders interessant für Menschen, die Kochen und Heizen bewusst miteinander verbinden möchten.

Holzherd als Ergänzung zur bestehenden Heizung

Ein Holzherd muss nicht zwangsläufig die einzige Wärmequelle eines Hauses sein.

Er kann auch als Ergänzung zu einer bestehenden Heizungsanlage eingesetzt werden. So lässt sich beispielsweise die Küche oder ein angrenzender Wohnbereich gezielt erwärmen, während die vorhandene Heizung weiterhin die übrigen Räume versorgt.

Welche Lösung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Gebäude, Raumgröße, Dämmstandard und Heizbedarf ab.

Bei speziellen wasserführenden Holzherden kann zusätzlich ein Teil der erzeugten Wärme an ein Heizsystem übertragen werden. Solche Anlagen unterscheiden sich technisch deutlich von einem normalen Küchenherd und benötigen eine entsprechend geplante Installation.

Holzherd und Stromausfall

Ein weiterer interessanter Aspekt eines klassischen Scheitholzherdes ist die Möglichkeit, Wärme und – abhängig von der Konstruktion – auch Kochmöglichkeiten ohne elektrische Energie zu nutzen.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jeder Holzherd bei einem Stromausfall uneingeschränkt betrieben werden kann. Entscheidend sind die technische Ausführung des Gerätes und die Voraussetzungen am Aufstellort.

Elektrische Komponenten, eine bestimmte Verbrennungsluftversorgung oder eine wasserführende Heizungsanlage können zusätzliche Anforderungen mit sich bringen.

Bei der Planung sollte deshalb immer das konkrete Gerät betrachtet werden.

Für wen eignet sich ein Holzherd?

Ein Holzherd ist besonders interessant, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:

        
  • Kochen mit Holz soll regelmäßig möglich sein.

        
  • Die Küche soll gleichzeitig beheizt werden.

        
  • Ein Backfach wird tatsächlich genutzt.

        
  • Die Wärme des Holzfeuers soll möglichst vielseitig verwendet werden.

        
  • Holz soll als zusätzlicher Brennstoff eingesetzt werden.

        
  • Die Küche bietet einen geeigneten Aufstellplatz und einen passenden Schornstein.

        
  • Der etwas andere Koch- und Heizrhythmus eines Holzherdes     passt zum eigenen Alltag.

Wer dagegen hauptsächlich schnell und spontan kochen möchte und nur selten zusätzliche Raumwärme benötigt, sollte prüfen, ob ein Holzherd tatsächlich zum persönlichen Nutzungsverhalten passt.

Worauf sollte man beim Kauf eines Holzherdes achten?

Vor dem Kauf sollten nicht nur Optik und Preis miteinander verglichen werden.

Wichtige Punkte sind:

        
  1. Heizleistung –     Passt die Leistung zum Raum und zum tatsächlichen Wärmebedarf?

        
  2. Kochfläche –     Wie groß ist die nutzbare Herdplatte?

        
  3. Backfach – Wird     tatsächlich regelmäßig gebacken?

        
  4. Scheitholzlänge     – Welche Holzscheite können verwendet werden?

        
  5. Rauchrohranschluss     – Wo befindet sich der Anschluss und welcher Durchmesser wird     benötigt?

        
  6. Verbrennungsluft     – Welche Luftversorgung benötigt das Gerät?

        
  7. Aufstellort –     Welche Abstände zu brennbaren Bauteilen müssen eingehalten werden?

        
  8. Schornstein –     Passt der vorhandene Schornstein zum vorgesehenen Gerät?

        
  9. Bedienung – Wie     wird die Verbrennung und damit die Wärmeentwicklung gesteuert?

        
  10. Ersatzteile – Sind Verschleiß- und Ersatzteile langfristig erhältlich?

Gerade bei einer Feuerstätte sollten die technischen und baulichen Voraussetzungen vor dem Kauf geklärt werden. Die Abstimmung mit dem zuständigen Schornsteinfeger ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Planung.

Holzherd oder Elektroherd?

Ein Holzherd und ein moderner Elektro- oder Induktionsherd verfolgen unterschiedliche Konzepte.

Der Elektroherd bietet eine sehr schnelle und präzise Regelung. Ein Holzherd benötigt dagegen zunächst ein Feuer und arbeitet mit der Wärme, die dabei entsteht.

Dafür verbindet ein Holzherd mehrere Funktionen:

Heizen + Kochen + Backen

Diese Kombination macht den Holzherd besonders interessant für Haushalte, die die Wärme des Holzfeuers nicht nur zur Raumheizung, sondern auch für die Zubereitung von Speisen nutzen möchten.

In vielen Küchen kann deshalb auch eine Kombination sinnvoll sein: Holzherd für längere Koch- und Backvorgänge sowie zusätzliche elektrische Kochmöglichkeiten für kurze und spontane Mahlzeiten.

Holzherd im Winter und im Sommer

Der Wärmebedarf sollte auch bei der Planung berücksichtigt werden.

Im Winter kann die zusätzliche Wärme eines Holzherdes sehr willkommen sein. Gleichzeitig wird gekocht oder gebacken und die dabei entstehende Energie sinnvoll genutzt.

Im Sommer sieht die Situation anders aus. Wenn die Küche bereits warm ist, kann das zusätzliche Heizen durch den Holzherd unerwünscht sein.

Deshalb muss ein Holzherd nicht zwangsläufig jeden Tag und zu jeder Jahreszeit genutzt werden. Entscheidend ist, dass seine Funktionen zum persönlichen Alltag passen.

Holzherd – Heizen, Kochen und Backen in einem

Ein Holzherd verbindet mehrere Aufgaben in einem Gerät. Er kann Wärme erzeugen, das Kochen auf der Herdplatte ermöglichen und – bei entsprechender Ausstattung – zusätzlich als Backofen genutzt werden.

Die besondere Stärke liegt darin, dass die beim Verbrennen von Holz entstehende Wärme mehrfach genutzt werden kann.

Damit der Holzherd im Alltag wirklich funktioniert, müssen jedochHeizleistung, Raumgröße, Schornstein, Verbrennungsluft, Aufstellort und persönlicher Nutzungsbedarf zusammenpassen.

Wer regelmäßig kocht oder backt und gleichzeitig die Wärme des Holzfeuers nutzen möchte, findet im Holzherd eine vielseitige Möglichkeit, diese Funktionen miteinander zu verbinden.

Weiterführende Informationen

Mehr zum Thema finden Sie auch in unseren Ratgeberartikeln:

Auch unser Angebot an Holzherden und Küchenöfen finden Sie im Onlineshop.